Das Krankenhaus ist einer spannendsten Arbeitsbereiche überhaupt.
Diejenigen, die darin jeden Tag unterwegs sind, machen sich das häufig nicht bewußt.

Folgende Eckpunkte machen den Arbeitsplatz Krankenhaus einzigartig:
- die besondere Beziehung zum "Kunden" Patienten
- die besondere Beziehung zu den Angehörigen
- die Extremsituationen, durch die das Team den Kunden begleitet
- die Extremnachrichten, die überbracht werden müssen
- die Spanne zwischen Geburt und Tod (heutzutage beginnen und beenden wir zum überwiegenden Teil unser Leben im Krankenhaus)
- die Spanne zwischen reich und arm (Kunden und Mitarbeiter)
- die Spanne zwischen hoher und niedriger Bildung (Kunden und Mitarbeiter).


Fast alle Leistungen werden durch Menschen erbracht.
Der Mensch, seine Persönlichkeit, seine kommunikativen und sozialen Fähigkeiten, sein Wissen: all das ist entscheidend für die Ergebnisse: erbrachte Qualität, Zufriedenheit der Kunden, Zufriedenheit der Mitarbeiter, wirtschaftliches Ergebnis.
Dass das in dem oben genannten Spannungsbereich nicht klappt, ist jedem klar.
Dass das hart erarbeitet werden muss, dann oft eher nicht.

Es sind drei Bereiche, in die investiert werden muss:
- Aufbau von Fachkompetenz
- Aufbau von Methodenkompetenz
- Aufbau von Sozialkompetenz
Quelle: Schlick, IAW, 2005

Die Investition in das persönliche Reifen der einzelnen Mitarbeiter und der Teamstrukturen ist deshalb zwingend notwendig. Viele Unternehmen im Dienstleistungsbereich, die weit weniger Extremsituationen zu verkraften haben, machen dies bereits.
Deutsche Wirtschaftsunternehmen geben ca. 25 Milliarden Euro pro Jahr für Weiterbildungsmaßnahmen aus.
Das ergibt einen Betrag von 869 Euro je Mitarbeiter für Weiterbildung.
Für Führungskräfte werden ausgegeben:
- in Großunternehmen: 2.762 Euro
- in Mittelbetrieben: 2.500 Euro
- in Kleinbetrieben: 2.373 Euro
(Quelle: www.welt.de/daten/2002/01/30)

Es ist an der Zeit, dass wir die Notwendigkeit für die Investition in die Mitarbeiter im Krankenhaus, und hier in erster Linie Pflege und Medizin, erkennen.
Die Frage ist nicht, was der einzelne kann, sondern wie strukturiert der Arbeitgeber/ Vorgesetzte sich um den jeweiligen Aufbau von Wissen bemüht.
Insgesamt ist hier die Pflege deutlich weiter als der ärztliche Bereich:



Quelle: eigene Darstellung