Vermeidung von Verwechselungen

Die Initiative der JCI von 2006 wurde in Deutschland vom Aktionsbündnis Patientensicherheit aufgenommen
Hier im Folgenden die wesentlichen 4 Stufen, die jedem Krankenhaus nur zu empfehlen sind.
Das entsprechende
Dokument findet sich als pdf auf den Seiten der DKG. - JB



Stufe 1 - Aufklärung und Identifikation

Wer:
Der Operateur wenn möglich, oder ein Facharzt

Wann:
Während des Aufklärungsgesprächs vor oder nach der Aufnahme

Wo:
Ambulanz oder Station

Was:
· Überprüfung der Patientenidentität und des vorgesehenen Eingriffs anhand der Patientenakte bzw. geeigneter Patientenidentifikationssysteme
· Festlegung von Eingriffsort und Prozedur
· Juristisch wirksame Aufklärung über den Eingriff
· Aktive Befragung des Patienten zum Eingriffsort (antworten und zeigen lassen)
· Abschließender Abgleich mit vorangegangenen Untersuchungen (z.B. Patientenakte, Aufnahmen bildgebender Verfahren, Einweisungspapiere)

Stufe 2 - Markierung des Eingriffsortes

Wer:
· In der Regel der Operateur
· An zweiter Stelle der in den Eingriff aufklärende Arzt
· An dritter Stelle ein erfahrener Arzt des Behandlungsteams

Wann:
Am Vorabend im Rahmen der Aufklärung oder am Morgen des Eingriffs, außerhalb des OP

Wo:
Ambulanz oder Station

Was:
· Überprüfung der Patientenidentität und des vorgesehenen Eingriffs anhand der Patientenakte bzw. geeigneter Patientenidentifikationssysteme
· Aktive Befragung des Patienten zur Prozedur und zum Eingriffsort vor der Prämedikation
· Markierung mit einem nicht abwischbaren Stift
· Markierungen nur am Eingriffsort und nicht z.B. auf der kontralateralen Seite
· Verwendung von eindeutigen Zeichen (Kreuz oder Pfeil) statt Worten (z.B. nicht durch „ja“ – „nein“)
· Bei mehr als einem Eingriffsort muss jeder Eingriffsort einzeln markiert werden

Stufe 3 - Identifikation des Patienten und Saal

Wer:
Arzt oder Pflegepersonal

Wann:
Zwischen Prämedikation und Narkoseeinleitung, unmittelbar vor Eintritt in den OP

Wo:
Einleitungsraum

Was:
· Überprüfung der Patientenidentität und des vorgesehenen Eingriffs anhand der Patientenakte bzw. geeigneter Patientenidentifikationssysteme: Name, Vorname, Geburtsdatum, PID, Prozedur, Eingriffsort
· Wenn möglich (ansprechbar): aktive Befragung des Patienten zu Name, Vorname, Geburtsdatum, Prozedur und Eingriff
· Überprüfung der Markierung

Stufe 4 - Team Time-Out

Wer:
Behandlungsteam, initiiert durch den Operateur

Wann:
Unmittelbar vor dem Schnitt

Wo:
OP

Was:
· Kontrolle aller Patientendaten anhand einer „Minicheckliste“
· Identifikation des Patienten
· Identifikation von Prozedur und Eingriffsort
· Abgleich mit Aufnahmen bildgebender Verfahren
· bei Implantaten: Überprüfung, ob das richtige verfügbar ist.
· Wenn möglich, sollten alle Punkte durch ein „o.k.“ bestätigt werden
· Nach dem Eingriff sind alle Punkte der Minicheckliste im OP-Protokoll festzuhalten.