Wechsel-Zeit (WZ)

Diese Zeit ist im Gegensatz zur Schnitt-Naht-Zeit wahrlich kein Tabuthema. Manchmal scheint es, dass sich die gesamten Emotionen an dieser Zeit entladen.
Es handelt sich um die Zeit zwischen den OPs.
Entscheidend ist, wer für welchenZeitbereich zuständig ist.

Die Wechselzeit ist für viele die
Naht-Schnitt-Zeit. In diesen Zeitraum fallen Verantwortlichkeiten des gesamten Teams.

Folgende Punkte beeinflussen die Wechselzeit:
- Dauer der operativen Maßnahmen nach letzter Naht, z.B. Verbände, Gips
- Dauer der Ausleitung
- Dauer der Abgabe des Patienten an den Aufwachraum
- Besteht ein paralleles Einleiten in der Anästhesie, während der erste Patient ausgeleitet wird?
- ist der Patient bereits im OP oder wird erst nach Ausschleusen des Ersten mit dem Zweiten eingeschleust?
- Pünktliche Präsenz der Station
- Vollständigkeit der Unterlagen
- Richtiger Patient
- Dauer der Einleitung
- Dauer des Putzens des Saals
- Dauer des Abräumens der Materialien/ Siebe/ Tische der ersten OP
- Dauer des Aufbauens für die zweite OP („Richten“)
- Pünktlichkeit der Operateure
- Dauer des Lagerns.

All dies wird beeinflusst von folgenden Faktoren:
- Disziplin und Pünktlichkeit des Teams
- Berufliche Erfahrung
- Gewähltes Narkoseverfahren

Diese Liste zeigt, dass die häufigen Schuldzuweisungen des Operateurs an die Anästhesie-Ärzte unsinnig sind.
Die Wechselzeit kann nur in einem interdisziplinären Prozess von Anästhesie-Ärzten, Anästhesie-Pflege, OP-Pflege und Operateuren effektiv bearbeitet werden. Dabei wird dann so mancher von geliebten Gewohnheiten Abschied nehmen müssen.