OP-Notfall

Wenn vergessen wird einen 10 jähriger Junge zur Metallentfernung anzumelden, man wegen der Außenwirkung gegenüber den Eltern die OP nicht verschieben möchte, dann kann es nicht sein, dass der kleine Mann als „notfallmässige Fremdkörperentfernung“ angemeldet wird.

Vor allem wenn gegen Dienstschluss noch „Notfälle“ angekündigt sind, beginnt die Diskussion, ob es sich wirklich um so einen handelt. In der häufig zwischen OP-/ Anästhesie-Pflege und Anästhesie auf der einen und dem Operateur auf der anderen Seite geführten Diskussion wird schnell der Ruf nach einem Kriterienkatalog laut.

Um es klar zu sagen: das funktioniert nicht!
Hier darf es keinen Zeitverzug geben, der Operateur trägt die Verantwortung und braucht Entscheidungshoheit für sein Fachgebiet: er allein entscheidet, ob die OP generell und wann nötig ist.

Aber selbstverständlich benötigt das Zusammenspiel der Disziplinen und Berufsgruppen auch hier im Konsens verabschiedete Regeln. Und an diesen Regeln muss sich der Operateur am nächsten Morgen oder nach dem Wochenende messen lassen, ggf.
wird er sich rechtfertigen müssen.

Letzten Endes wird jedes Haus seine eigene Sprachregelung finden wollen.
Folgende Eckpunkte können in die Diskussion einfließen:

Notfallkategorien:
Akut So schnell wie möglich, Lebensgefahr!
Subakut innerhalb 2 Stunden Freigabe
Perakut innerhalb 6 Stunden Freigabe
innerhalb 12 Stunden Freigabe
innerhalb 24 Stunden Freigabe

JB